Gartenteich anlegen

Gartenteich anlegen: So geht’s

Einen Teich im eigenen Garten zu haben – davon träumen viele Gartenbesitzer: Die beruhigende Wirkung des Wassers genießen, das satte Grün der Teichpflanzen bewundern, den Fischen beim Schwimmen zusehen und dabei entspannt auf der heimischen Terrasse sitzen. Mit etwas handwerklichem Geschick können Sie sich Ihren Gartenteich selbst anlegen und ihn ganz nach Ihren Wünschen gestalten. Im Folgenden erfahren Sie, was Sie beim Teichbau beachten sollten und wie die Umsetzung gelingt.


Inhalt:

Gartenteich anlegen: die Planung

Das benötigen Sie für den Teichbau:

Schritt 1 – Teichumriss markieren

Schritt 2 – Teichbecken ausheben

Schritt 3 – Teichfolie verlegen oder Teichbecken einsetzen

Schritt 4 – Teicherde einbringen und Wasser in den Teich füllen

Schritt 5 – Pflanzen in den Teich setzen

Schritt 6 – Pumpen und Filter einsetzen

Schritt 7 – Fische einsetzen

Den fertigen Gartenteich genießen


Gartenteich anlegen: die Planung

Bevor Sie mit den Arbeiten für den Teich beginnen können, sollte das Projekt Gartenteich gut geplant werden. Überlegen Sie sich auf jeden Fall vorher gut, an welcher Stelle im Garten Sie den Teich anlegen möchten. Achten Sie bei der Wahl des Standortes auf Folgendes:

  • Nicht unter Bäumen: Andernfalls fallen ständig Nadeln und Blätter in den Gartenteich. Diese übersäuern den Teich und Sie haben einigen Aufwand, Blätter und kleine Äste regelmäßig aus dem Teich zu fischen.
  • Ausreichend Wind: Wenn möglich, platzieren Sie Ihren Gartenteich so, dass er regelmäßig Wind abbekommt. Der Wind durchmischt das Teichwasser, was für eine bessere Wasserqualität sorgt.
  • Ebenes Gelände: Im Idealfall ist das Gelände um Ihren Gartenteich herum relativ eben. Andernfalls kann es passieren, dass viel Regenwasser in den Teich läuft, was zu einer Übersäuerung führen kann – andersherum kann bei unebenem Gelände schnell der halbe Garten überflutet werden, falls der Teich mal überlaufen sollte.
  • Licht und Schatten: Finden Sie für Ihren Gartenteich am besten ein halbschattiges Plätzchen. Einige Stunden Sonne am Tag sind optimal für die Teichpflanzen zum Wachsen – zu viel Sonne sollte es aber auch nicht sein, da sich der Teich sonst schnell aufheizt, was wiederum Algenwachstum begünstigt.
  • Art des Teiches: Wo Sie Ihren Gartenteich platzieren, sollte auch davon abhängen, was für ein Teich es werden soll. Ein naturnaher Teich mit Fischen und Pflanzen sollte ein ruhigeres Plätzchen etwas abseits vom Haus und viel genutzten Wegen finden, damit die Tiere im Teich nicht zu viel Stress bekommen. Möchten Sie dagegen einen Teich ohne Fisch, dafür mit Wasserspielen und Dekoelementen anlegen, kommt dieser beispielsweise in der Nähe der Terrasse meist besser zur Geltung.

Am besten zeichnen Sie im Vorfeld eine Skizze Ihres Gartens und probieren verschiedene Varianten aus, wo der Gartenteich hinpassen könnte. Machen Sie sich bei der Planung Ihres Gartenteichs außerdem Gedanken zu Folgendem:

  • Sicherheit: Als Teichbesitzer haften Sie bei Unfällen, die mit Ihrem Teich im Zusammenhang stehen. Vor allem, wenn sich Kinder in der Nähe des Gartenteichs aufhalten könnten, sollten Sie für eine entsprechende Absicherung mittels Gittern, Zäunen oder Schutznetzen sorgen.
  • Filter und Reinigung: Wenn Sie einen Fischteich anlegen möchten, muss dieser regelmäßig gefiltert und gereinigt werden. Gibt es in der Nähe des Teichs einen Stromanschluss für die benötigten Pumpen und Filter?
  • Baugenehmigung: Informieren Sie sich vor dem Anlegen Ihres Gartenteichs, ob Sie eine Baugenehmigung für Ihr Projekt benötigen. Ob eine Baugenehmigung nötig ist, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt.
  • Teichtiefe: Beachten Sie, dass Ihr Gartenteich eine gewisse Tiefe benötigt – besonders, wenn Fische im Teich leben sollen, muss es verschiedene Teichzonen geben. Dabei sollte die Tiefwasserzone mindestens einen Meter tief sein, damit die Fische hier überwintern können.
  • Fertigteich oder Folienteich: Entscheiden Sie sich am besten bei der Planung schon für die Art des Teichs. Ein Fertigteich mit vorgefertigtem Teichbecken lässt sich relativ schnell anlegen. Ein Folienteich ist etwas aufwendiger, dafür können Sie hier aber komplett frei über die Form des Teichs entscheiden.

Das benötigen Sie für den Teichbau:

  • Spaten und Schaufel
  • Gartenschlauch oder Schnur
  • Wasserwaage
  • Ggf. Dachlatte
  • Schere oder Cutter
  • Teichfolie oder Fertigteichbecken
  • Schutzvlies
  • Sand
  • Kies
  • Ggf. Steine
  • Pflanzkörbe
  • Pflanzen
  • Ggf. Teichpumpe
  • Ggf. Teichfilter


Schritt 1 – Teichumriss markieren

Wenn feststeht, wo der Teich im Garten seinen Platz bekommen soll, können Sie mit dem Teichbau beginnen. Markieren Sie dafür zunächst den Umriss des Gartenteichs. Dafür können Sie Holzpflöcke, eine Schnur oder auch einen Gartenschlauch verwenden. Jetzt können Sie auch bereits die verschiedenen Teichzonen wie die Flachwasser- und Tiefwasserzone markieren.


Schritt 2 – Teichbecken ausheben

Jetzt heben Sie die Erde im markierten Bereich aus. Wenn Sie einen Fertigteich einbauen möchten, orientieren Sie sich an der Form des Teichbeckens und messen Sie die Tiefen der einzelnen Wasserzonen am Becken genau aus. Die Teichgrube heben Sie in Breite und Tiefe etwa 10 Zentimeter größer aus als das Teichbecken.

Möchten Sie dagegen einen Folienteich anlegen, können Sie Form und Tiefen mit dem Aushub der Erde selbst bestimmen. Planen Sie hierbei 10 bis 20 Zentimeter Tiefe für den Sumpfbereich ein, 40 bis 70 Zentimeter für die Flachwasserzone und mindestens 100 Zentimeter, besser aber 120 bis 150 Zentimeter für die Tiefwasserzone. Das Gefälle zwischen den Zonen sollte maximal 30 Grad betragen.

Überprüfen Sie beim Aushub der Erde immer wieder, ob die Teichränder auf einer Ebene liegen. Nutzen Sie dafür beispielsweise eine Dachlatte, die Sie über das Teichbecken legen und prüfen Sie deren Sitz mit einer Wasserwaage.


Schritt 3 – Teichfolie verlegen oder Teichbecken einsetzen

Bauen Sie einen Fertigteich, können Sie jetzt bereits das Teichbecken in die Grube einsetzen. Achten Sie darauf, dass die Beckenränder genau waagerecht sitzen. Damit das Teichbecken jetzt nicht mehr verrutscht, füllen Sie das Becken bereits zu einem Drittel mit Wasser auf. Dann können Sie die Zwischenräume rund um das Becken mit Sand auffüllen. Damit sich der Sand überall gut verteilt, schlämmen Sie ihn mit Wasser ein. Prüfen Sie zwischendurch immer wieder, mit der Wasserwaage den richtigen Sitz des Teichbeckens.

Möchten Sie stattdessen einen Folienteich anlegen, sollten Sie zum Schutz der Folie zunächst alle spitzen Gegenstände wie Steine und Wurzeln aus der Teichgrube entfernen und eine Sandschicht in die Grube einbringen. Zudem empfiehlt es sich, die Grube mit einem Schutzvlies auszulegen, bevor Sie die Teichfolie verlegen. Das Schutzvlies schützt die Folie zusätzlich vor Beschädigungen.

Ist das Teichbecken gut ausgekleidet, können Sie die Teichfolie verlegen. Dies gelingt am besten bei einer Außentemperatur ab 15 °C, weil die Folie dann flexibel wird und sich gut glattziehen lässt. Ziehen Sie die Folie über die Teichgrube, legen Sie sie entsprechend der verschiedenen Wasserzonen aus und lassen Sie am Teichrand ein großzügiges Stück der Teichfolie überstehen. Den Überstand bedecken Sie mit Steinen und Erde, die Sie gut festtreten. So kann die Teichfolie nun nicht mehr verrutschen.


Schritt 4 – Teicherde einbringen und Wasser in den Teich füllen

Jetzt bringen Sie Teicherde und Teichkies in die Tiefwasserzone des Gartenteichs ein. Dann können Sie den Teich mit Wasser befüllen – lassen Sie das Wasser zunächst langsam in den Teich ein. Wenn Sie noch Pflanzen in den Teich setzen möchten, befüllen Sie den Teich zunächst nur zu einem Drittel mit Wasser. Durch das Gewicht des Wassers strafft sich die Teichfolie noch etwas und Falten werden geglättet.


Schritt 5 – Pflanzen in den Teich setzen

Ist der Teich mit etwas Wasser angefüllt, können Sie beginnen, Wasserpflanzen einzusetzen. Wenn möglich, achten Sie bei der Bepflanzung etwas auf die Jahreszeit: Am besten setzen Sie Ihre Wasserpflanzen zwischen März und Juni in den Teich, damit sie bei milden Temperaturen und viel Sonne gut anwachsen können.

Optimalerweise lassen Sie Ihre Wasserpflanzen in Pflanzkörben oder Pflanztüchern, die mit Teicherde und optional auch Kies angefüllt sind, in den Gartenteich. Beginnen Sie mit der Bepflanzung in der Tiefwasserzone und arbeiten Sie sich von hier zum Teichrand vor. Achten Sie darauf, für die jeweilige Teichzone geeignete Pflanzen zu verwenden:

  • Tiefwasserzone: Am tiefsten Punkt Ihres Gewässers gedeihen Pflanzen wie die Wasserpest und die Wasserlinse. Diese Wasserpflanzen versorgen den Teich mit Sauerstoff, erhalten das ökologische Gleichgewicht und dämmen das Wachstum von Algen ein. An der Wasseroberfläche über der Tiefwasserzone fühlen sich Schwimmpflanzen wie Wassersalat oder Schwimmfarn wohl. Schwimmpflanzen treiben flach auf dem Wasser und strecken ihre Wurzeln in den Teich.
  • Seerosen-Zone: Im Übergang zwischen Flach- und Tiefwasserzone, also in etwa 40 bis 120 Zentimetern Wassertiefe gedeihen Seerosen besonders gut. Diese Zone ist auch ein wichtiger Lebensraum für kleine Tiere, die kein Sonnenlicht mögen. Beachten Sie bei Seerosen aber, dass diese viel Platz benötigen, um sich richtig entfalten zu können.
  • Sumpfzone: Die Sumpfzone im Gartenteich ist etwa 15 bis 40 Zentimeter tief. Hier können Sie Sumpf- und Wasserpflanzen wie japanischen Schachtelhalm oder Thalia einsetzen.
  • Feuchtzone: Diese Teichzone ist bis zu 15 Zentimeter tief. Hier wachsen Uferpflanzen, die nicht gerne tiefer im Wasser stehen. Dazu gehören zum Beispiel die Sumpfdotterblume, die Sumpfcalla und die Wasserminze.
  • Teichrand: Der Teichrand beziehungsweise das Ufer bildet den Übergang zwischen Garten und Teich. Hier befindet sich im Normalfall kein Wasser mehr, aber das Ufer kann hin und wieder überschwemmt werden. Hier können Sie beispielsweise Zwergkalmus oder Schlangenknöterich pflanzen.


Schritt 6 – Pumpen und Filter einsetzen

Nach der Bepflanzung des Gartenteichs setzen Sie Teichpumpen – auch für Wasserspiele und Bachläufe – sowie Filter in den Teich ein. Durch die Pumpe wird das Teichwasser umgewälzt und so mit Sauerstoff angereichert. Filter befreien das Wasser von Schmutz und Schwebeteilchen. Beides ist wichtig, um Algen im Teich zu vermeiden. Die Wahl von Pumpe und Filter hängt von der Größe des Gartenteichs ab und davon, ob Sie Fische in den Teich setzen möchten – ist dies der Fall, sind Wasserpumpe sowie Filter obligatorisch.

Die Teichpumpe wird in der Regel innerhalb des Gartenteichs aufgestellt. Damit die Pumpe nicht zu viel Schlamm vom Boden ansaugt, was deren Betrieb stören könnte, sollten Sie die Pumpe aber nicht direkt auf den Teichboden stellen. Legen Sie lieber einen Ziegelstein auf den Grund und platzieren Sie die Pumpe darauf.

Ist alles installiert, können Sie den Teich komplett mit Wasser befüllen.


Schritt 7 – Fische einsetzen

Bevor Sie Fische in den Gartenteich einsetzen, sollten Sie dem Teich etwas Zeit geben, bis sein Ökosystem stabil ist. Im Idealfall warten Sie ein ganzes Jahr ab, bevor Sie Fische in Ihrem Teich ansiedeln.

Wenn Sie mehrere Fischarten in Ihrem Gartenteich ansiedeln möchten, achten Sie darauf, dass die Arten gut zusammenpassen, also ähnliche Ansprüche an ihr Lebensumfeld haben. Kois und Goldfische beispielsweise können gut zusammen im Teich leben. Auch Bitterlinge Goldorfen und Goldschleien können Sie dazu in den Teich setzen.

Im Idealfall setzen Sie die Fische im Frühling in den Teich ein. Dann haben die Fische bis zur nächsten Kälteperiode im folgenden Winter genügend Zeit zur Eingewöhnung.

Informieren Sie sich am besten beim Kauf der Fische auch über die optimale Größe des Schwarms für Ihren Teich. Fische sind soziale Tiere und fühlen sich alleine oder in kleiner Zahl nicht wohl – achten Sie also darauf, dass weder zu wenige noch zu viele Fische in Ihrem Teich leben.

Gehen Sie beim Einsetzen der Fische in den Gartenteich behutsam vor: Die Tiere müssen sich erst an das Teichwasser und dessen Temperatur gewöhnen. Am besten lassen Sie die Fische und ihr Transportwasser zunächst in einen Eimer, den Sie langsam mit Teichwasser auffüllen. Nach zwei bis drei Stunden haben sich die Fische in der Regel an das neue Wasser gewöhnt und können nun in den Gartenteich umgesiedelt werden.


Den fertigen Gartenteich genießen

Ist Ihr Gartenteich fertig, können Sie die Wirkung des Wassers, das Grün der Pflanzen und die sanften Bewegungen der Fische im Teich genießen. Damit Ihr Gartenteich stets hübsch aussieht und gut gedeiht, pflegen und reinigen Sie den Teich regelmäßig. Wie Sie bei der Reinigung vorgehen, erfahren Sie in unserem Ratgeber.