Aquarium für Anfänger
Ein Aquarium im eigenen Zuhause ist für viele Menschen ein großer Traum. Schließlich ist kaum etwas entspannender, als nach einem langen Arbeitstag vor einem ruhig dahin plätschernden Aquarium zu sitzen und die bunten Fische und Pflanzen zu betrachten. Damit das Thema Aquarium für Sie als Anfänger nicht überfordernd wirkt, finden Sie im Folgenden einen Überblick, der Ihnen den Einstieg in die Aquaristik erleichtern soll: Welches Aquarium soll man wählen? Wie richtet man es ein? Welche Fische passen zusammen und wie pflegt man das Aquarium richtig? Das und mehr klären wir in diesem Ratgeber.
Das passende Aquarium finden
Die Wahl des richtigen Aquariums ist ein wichtiger Schritt für den erfolgreichen Start in die Aquaristik. Die Aquariengröße hängt von der Anzahl und Größe der Fische sowie von den Platzverhältnissen im eigenen Zuhause ab. Nicht nur für Einsteiger gilt: Je größer das Aquarium, desto besser. In einem größeren Aquarium sind die Wasserwerte stabiler und die Fische haben mehr Platz zum Schwimmen. Ein Anfängeraquarium sollte mindestens ein Fassungsvermögen von 60 Litern haben, besser sind jedoch 100 bis 200 Liter.
Mit Blick auf das Material des Beckens haben Aquarianer die Wahl zwischen Glas und Acryl. Glas ist langlebig, stabil und leicht zu reinigen. Acryl hingegen ist bruchsicher und leichter als Glas, was den Transport des Beckens einfacher gestaltet. Allerdings ist Acryl kratzanfälliger als Glas und kann bei unsachgemäßer Reinigung entsprechend zu unansehnlichen Kratzern führen. Auch sollten Sie darauf achten, dass das Aquarium über eine stabile und sichere Abdeckung verfügt, damit beispielsweise andere Haustiere wie Katzen nicht von oben an die Fische herankommen können.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Form des Aquariums. Grundsätzlich gilt: Je größer die Grundfläche, desto besser. Ein flaches Aquarium mit größerer Kantenlänge bietet den Fischen mehr Schwimmraum als ein hohes und schmales Aquarium. Allerdings benötigen Aquarien mit größerer Kantenlänge auch mehr Platz als ein hohes, sodass die Raumverhältnisse im Eigenheim bei der Wahl berücksichtigt werden sollten.
Der richtige Standort für das Aquarium
Ebenfalls maßgeblich für den erfolgreichen Start als Aquarianer ist die Wahl eines passenden Standorts für das Aquarium. Denn: Ein falsch gewählter Standort kann zu Problemen bei der Pflege des Aquariums und bei der Gesundheit der Bewohner führen.
Grundsätzlich sollten Sie das Aquarium an einem stabilen und geraden Untergrund aufstellen. Ein Aquarium mit Wasser wiegt je nach Fassungsvermögen schnell mehrere hundert Kilogramm. Deshalb sollte das Möbelstück, auf dem das Aquarium steht, ausreichend stabil und tragfähig sein. Zudem sollten Sie darauf achten, dass der Standort vor Erschütterungen, Zugluft und direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist, um Temperaturschwankungen des Aquarienwassers vorzubeugen.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Nähe zu Strom- und Wasseranschlüssen. Das Aquarium benötigt eine zuverlässige Stromversorgung für Heizung, Filterung und Beleuchtung. Zudem muss gelegentlich Wasser nachgefüllt oder gewechselt werden, weshalb ein Wasseranschluss in der Nähe des Aquariums praktisch ist.
Des Weiteren sollte der Standort des Aquariums gut durchdacht sein, da es schwierig ist, das Aquarium nachträglich zu verschieben. Eine gute Möglichkeit ist, das Aquarium als zentralen Blickfang im Wohnzimmer zu platzieren. Hierbei sollten Sie jedoch darauf achten, dass das Becken nicht zu nahe an einem Fernseher oder einer Musikanlage steht, da die Geräte Vibrationen erzeugen können, die das Aquarium beziehungsweise die Tiere darin stören.
Die Technik fürs Aquarium
Grundsätzlich benötigen Sie auch als Einsteiger eine Heizung, passende Beleuchtung sowie einen Filter für ein gesundes und stabiles Aquarium.
- Heizung
Die meisten Fischarten stammen aus tropischen oder subtropischen Regionen und benötigen daher ein Süßwasseraquarium mit konstanter Wassertemperatur von 24-28 Grad Celsius. Eine Heizung im Becken ist deshalb auch in Einsteiger-Aquarien unerlässlich, um die Wassertemperatur stabil zu halten. Es gibt verschiedene Arten von Aquarienheizungen, wie beispielsweise Tauchheizungen oder Heizstäbe. Beim Kauf achten Sie darauf, die richtige Größe der Heizung für die Größe des Aquariums zu wählen. Oft werden Aquarien aber ohnehin im Set verkauft – inklusive der nötigen technischen Ausstattung.
- Beleuchtung
Pflanzen benötigen Licht für ihre Photosynthese, weshalb eine ausreichende Beleuchtung im Aquarium wichtig ist. Auch die Fische benötigen eine gewisse Beleuchtungsdauer, um ihren Tag-Nacht-Rhythmus einzuhalten. Eine Beleuchtungszeit von etwa 10-12 Stunden pro Tag ist empfehlenswert. Es gibt verschiedene Arten von Aquarienlampen, wie zum Beispiel Leuchtstoffröhren oder LED-Lampen. Bei der Wahl der Beleuchtung sollten Sie darauf achten, dass sie der Größe und Tiefe des Aquariums entspricht.
- Filterung
Eine Filterung ist unerlässlich, um das Aquarienwasser sauber und gesund zu halten. Ein Filter entfernt Abfälle, Nährstoffe und andere unerwünschte Stoffe aus dem Wasser und sorgt für eine ausreichende Belüftung des Wassers. Es gibt verschiedene Arten von Aquarienfiltern, wie zum Beispiel Innenfilter, Außenfilter oder Bodenfilter. Auch beim Filter sollten Sie vor allem auf die richtige Größe für Ihr Aquarium und die Anzahl der Fische achten. Zudem sollten Sie den Filter regelmäßig reinigen und das Filtermedium gelegentlich austauschen.
Die Einrichtung des Aquariums
Die Einrichtung des Aquariums ist wichtig, um einen schönen und gesunden Lebensraum für Ihre Fische und Pflanzen zu schaffen. Eine gut durchdachte Einrichtung kann nicht nur das Wohlbefinden der Bewohner verbessern, sondern auch zur Aufrechterhaltung einer gesunden Wasserqualität beitragen.
Zunächst sollten Sie entscheiden, welche Art von Unterwasserwelt Sie in Ihrem Aquarium schaffen möchten. Es gibt verschiedene Optionen, wie zum Beispiel ein naturnahes Biotop mit vielen Pflanzen und Steinen oder ein minimalistisches Design mit nur wenigen Dekorationselementen.
Pflanzen sind nicht nur dekorativ, sondern auch wichtig für die Wasserqualität und das Wohlbefinden Ihrer Fische. Wählen Sie Pflanzen aus, die zu den Bedürfnissen Ihrer Fischarten passen und die gewünschte Landschaft schaffen. Es empfiehlt sich, die Pflanzen vor dem Einsetzen gründlich zu reinigen und von Schädlingen oder Krankheiten zu befreien.
Als nächstes sollten Sie sich überlegen, welche Art von Dekorationselementen Sie in Ihrem Aquarium verwenden möchten. Hierzu gehören Steine, Wurzeln, Höhlen oder auch künstliche Dekorationselemente. Stellen Sie sicher, dass die Dekorationselemente keine scharfen Kanten oder Spitzen haben, die die Fische verletzen können.
Ebenfalls wichtig bei der Einrichtung des Aquariums: Verstecke und Rückzugsmöglichkeiten für die Fische. Diese können mithilfe von Pflanzen oder Dekorationselementen wie Höhlen oder Wurzeln erschaffen werden. Wenn ausreichend Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sind, werden die Fische werden sich sicherer fühlen und weniger Stress ausgesetzt sein.
Zusätzlich zur Einrichtung sollten Sie auch überlegen, welche Art von Bodengrund Sie verwenden möchten. Dies hängt von den Bedürfnissen Ihrer Pflanzen und Fische ab. Als Bodengrund eignen sich zum Beispiel Sand, Kies oder auch spezielle Bodengrundmischungen für Pflanzen.
Fische im Anfänger-Aquarium
Wenn Sie gerade erst mit dem Aquarium-Hobby beginnen, sollten Sie Fische auswählen, die robust, einfach zu pflegen und verträglich mit anderen Fischarten sind.
Hier sind einige beliebte Fische für Anfänger:
• Guppys: Diese lebhaften und bunten Fische sind ideal für Anfänger, da sie robust und anpassungsfähig sind. Sie bevorzugen eine Temperatur zwischen 22 und 26 Grad Celsius und benötigen keine spezielle Ernährung.
• Schwertträger: Ähnlich wie Guppys sind auch Schwertträger relativ leicht zu pflegen. Sie benötigen einen ähnlichen Temperaturbereich wie Guppys und mögen eine abwechslungsreiche Ernährung aus Flockenfutter und gefrorenem Futter.
• Mollys: Mollys sind etwas größer als Guppys und Schwertträger, aber auch sehr pflegeleicht. Sie benötigen eine Temperatur zwischen 25 und 28 Grad Celsius und eine abwechslungsreiche Ernährung.
• Platys: Platys sind bunte und lebhafte Fische, die sehr anpassungsfähig sind. Sie bevorzugen eine Temperatur zwischen 20 und 25 Grad Celsius und benötigen eine abwechslungsreiche Ernährung.
• Neons: Neons sind aufgrund ihrer leuchtenden Farben sehr beliebt. Sie benötigen jedoch etwas mehr Pflege als die oben genannten Fische. Diese Fische brauchen eine Temperatur zwischen 20 und 25 Grad Celsius und eine Ernährung aus Flockenfutter und gefrorenem Futter.
Es ist wichtig, darauf zu achten, dass Fische unterschiedliche Bedürfnisse haben und nicht alle Fischarten miteinander verträglich sind. Bevor Sie Fische kaufen, sollten Sie sich über ihre Bedürfnisse informieren und sicherstellen, dass sie in Ihrem Aquarium zusammenleben können.
Pflege für Aquarium und Fische
Sobald Ihr Aquarium eingerichtet ist, ist es wichtig, das Becken regelmäßig zu pflegen, um eine gesunde Umgebung für Ihre Fische zu gewährleisten. Hier sind einige wichtige Schritte, die Sie bei der Pflege von Aquarien und Fischen beachten sollten:
• Wasserwechsel: Führen Sie regelmäßig einen Wasserwechsel durch, um die Wasserqualität zu erhalten. Einmal wöchentlich sollte ein Wasserwechsel von etwa 10 – 20 % des Wasservolumens durchgeführt werden. Hierbei sollten Sie darauf achten, dass das neue Wasser dieselbe Temperatur und Wasserwerte aufweist wie das bestehende Aquariumwasser.
• Reinigung des Aquariums: Entfernen Sie regelmäßig Futterreste, abgestorbene Pflanzenteile und Fischausscheidungen aus dem Aquarium. Verwenden Sie dazu einen Kiesreiniger, um den Kiesboden gründlich zu reinigen.
• Überprüfung der Wasserwerte: Verwenden Sie ein Wasseranalyse-Kit, um regelmäßig die Wasserwerte zu überprüfen. Der pH-Wert, Nitrit, Nitrat und Ammoniak sind wichtige Parameter, die kontrolliert werden sollten.
• Fütterung: Achten Sie darauf, Ihre Fische regelmäßig und in angemessenen Mengen zu füttern. Überfütterung kann zu einer schlechten Wasserqualität führen, während eine unzureichende Fütterung zu Unterernährung und Krankheiten führen kann.
• Beobachtung Ihrer Fische: Achten Sie darauf, dass Ihre Fische gesund und aktiv sind. Veränderungen im Verhalten oder Aussehen Ihrer Fische können auf Probleme hinweisen, die schnell behandelt werden müssen.
• Filterpflege: Reinigen Sie den Filter regelmäßig, um sicherzustellen, dass er effektiv arbeitet. Ein verschmutzter Filter kann die Wasserqualität verschlechtern und zu Krankheiten bei Ihren Fischen führen.
Indem Sie diese Pflege-Routinen regelmäßig durchführen, können Sie sicherstellen, dass Ihr Aquarium und Ihre Fische gesund und glücklich bleiben. Vergessen Sie nicht, dass jede Fischart unterschiedliche Bedürfnisse hat, und stellen Sie sicher, dass Sie sich über ihre spezifischen Anforderungen informieren.