Pferdebegleithundeschule: Mit Pferd & Hund sicher unterwegs

Ein Ausflug auf vier Hufen und vier Pfoten - für Pferde- und Hundefreunde gibt es nichts Schöneres. Allerdings nur dann, wenn Reiter, Pferd und Hund gut aufeinander abgestimmt sind, so dass der Ausritt auch wirklich zur Freude wird. Damit das gelingt, bietet Reitstallchefin Gaby Hans eigens eine Pferdebegleithundeschule an.

Hundeschule für ReiterMit Pferd und Hund sicher unterwegs

Das funktionierende Zusammenspiel von Mensch, Pferd und Hund beginnt für die passionierte Reiterin und Trainerin Gaby Hans schon, bevor sie in den Sattel steigt. „Wenn ich mein Pferd putze, sollte der Hund nicht ständig unter dem Pferd durch und drumherum laufen“, sagt sie. „Es nervt nicht nur, es ist auch gefährlich.“ Ihre drei Collies und zwei Shelties haben deshalb gelernt, sich ruhig abzulegen, solange Gaby Hans ausschließlich mit den Pferden beschäftigt ist. Auch hier gilt es jedoch, Rücksicht zu üben. „Sehr wichtig ist, dass keines der Tiere eifersüchtig wird. Wenn ich zum Beispiel meine Hunde lobe und mit ihnen am Pferd arbeite, wartet auch mein Pferd immer auf eine Belohnung. Achtet man darauf, dass keiner zu kurz kommt, dann freuen sich Pferd und Hund schon, sobald sie sich sehen.“

Eine gute Voraussetzung für das gelungene Zusammenspiel von Reiter, Pferd und Hund. Denn längst nicht immer funktioniert die Kombination – was meist am Menschen liegt. „Im Gelände fallen leider immer wieder Reiter mit Hunden unangenehm auf“, ist die Erfahrung von Gaby Hans. „Wenn ich mein Pferd nicht im Griff habe und dann auch noch mein Hund unkontrolliert andere Menschen belästigt oder sogar wildert, ist das für alle Parteien nicht gerade ungefährlich. Und Ärger mit dem Förster kann man obendrein bekommen.“

Deshalb bietet sie in ihrem kleinen, feinen Reitstall in Reken im westfälischen Münsterland die Pferdebegleithundeschule an, einen zweitägigen Kurs, der von Reitern gerne angenommen wird. Das Konzept wurde ursprünglich von Dieter Schulte-Wörmann entwickelt, einem Schüler von Gaby Hans, der die Pferdebegleithundeschule Ende der 80er-Jahre ins Leben rief und 1996 auch das Buch „Mit Hund und Pferd unterwegs“ herausbrachte. „Er ist – leider viel zu früh – verstorben, aber bei ihm durfte ich noch meine Prüfung zum Trainer absolvieren“, sagt Gaby Hans. Außerdem war ihr Collie „Nick von Appelhülsen“ damals der erste Hund in Deutschland, der die Prüfung zum Reitbegleithund bestand.

Auf all diesen Erfahrungen baut Gaby Hans auf. Zunächst arbeitet sie einzeln mit Mensch und Hund, danach mit Mensch und Pferd, um zu erkennen, ob Defizite vorhanden sind. „Wenn der Reiter beispielsweise die einhändige Zügelführung nicht beherrscht, wie soll er dann einhändig reitend die Hundeleine korrekt führen?“ Danach beginnt die Arbeit auf dem Platz oder in der Halle, anschließend wird auf den hauseigenen Weiden und Wegen geübt. Und zum Schluss heißt es: auf ins Gelände!

Geübt wird bei Gaby Hans in erster Linie mit viel Lob, also mit positiver Verstärkung. „Außerdem arbeiten wir erst einmal ohne Pferd. Soll mein Hund beispielsweise lernen, am Pferd hochzuspringen, damit ich ihn anleinen kann, dann trainieren wir zunächst am Boden und anschließend möglichst mit einem Helfer“, erklärt die Fachfrau. „Auch das Abliegen und andere Befehle müssen zunächst am Boden geübt werden, denn sobald man mal im Sattel sitzt, merken die Hunde sehr schnell, dass man weniger Einfluss ausüben kann.“

Wenn alles gut klappt, entstehen zwischen den Vierbeinern bisweilen richtige Freundschaften. „Manchmal spielen Pferde und Hunde sogar sehr gut miteinander. Allerdings sollte man da sehr genau beobachten, wie das Spiel abläuft. So dürfen zwar meine Hunde mit mir auf die Weide, aber sie dürfen niemals einfach hinter den Pferden herjagen oder ihnen zwischen den Beinen herumturnen. Umgekehrt dürfen auch meine Hengste die Hunde nicht jagen.“ Klappen all diese Aspekte, dann ist es so weit: Dann kann man herrlich als Trio ausreiten.

Weitere Informationen über das vielfältige Angebot von Gaby Hans und über ihren Reitstall finden Sie unter www.gaby-hans.com

Voraussetzungen für den Besuch der Reitbegleithundeschule

Um an der Reitbegleithundeschule teilzunehmen, sollten Pferd und Hund verkehrssicher, haftpflichtversichert und frei von Krankheiten sein. Eine entsprechende Grundkondition ist ebenfalls Voraussetzung. „Oft werden Dalmatiner oder Jack Russel Terrier empfohlen. Sie eignen sich sehr gut, sind allerdings aufgrund ihres Jagdtriebs nicht immer leicht zu führen“, sagt Gaby Hans. In jedem Fall sollte der Hund schon ein Jahr alt sein und im Idealfall eine Begleithundeausbildung haben - mindestens aber den Grundgehorsam, also Sitz, Platz und das Abliegen, beherrschen. Das Pferd sollte still stehen können und allgemein gelassen auf Hunde reagieren.

Quelle: freunde Magazin 2/2011